Die Widersprüche des TPD-Evaluierungsberichts: Ziel verfehlt, Angriff …

Der TPD-Evaluierungsbericht sollte eine objektive, datengestützte Bewertung darüber liefern, ob die EU-Tabakproduktrichtlinie erfolgreich darin war, die öffentliche Gesundheit zu schützen und die EU auf den richtigen Weg zu bringen, um ihr Ziel einer rauchfreien Welt bis 2040 zu erreichen. 

Stattdessen behauptet der Bericht, die Tabakproduktrichtlinie (TPD) sei erfolgreich gewesen, obwohl die Raucherquote in der EU seit 2012 kaum von 281 TP4T auf aktuell 241 TP4T gestiegen sei. Bei diesem erbärmlichen Tempo wird die EU ihr Ziel einer rauchfreien Welt bis 2040 (Prävalenz unter 51 TP4T) um rund 70 Jahre verfehlen. Dennoch stellt der Bericht die Warnhinweise, Mentholverbote und Marketingbeschränkungen der TPD als wirksam dar und argumentiert, sie müssten lediglich durch eine breitere Abdeckung von Alternativen “ergänzt” werden. 

Diese Sichtweise ignoriert die mathematischen Zusammenhänge und setzt stattdessen auf Verbote von Aromen, Verbote von Einweg-E-Zigaretten und andere Beschränkungen für sicherere Nikotinprodukte als Lösung, wodurch diese fast wie Zigaretten behandelt werden.

Ein Lobbyistenplan, der sich als Analyse tarnt

Das größte Warnsignal des Berichts ist seine Autorschaft.. Es handelte sich nicht um eine neutrale Analyse, sondern um eine ausgelagert an ein Konsortium unter der Leitung des Europäischen Netzwerks zur Raucheprävention (ENSP), eine Organisation, die von Michael Bloombergs Vital Strategies finanziert wird, einem globalen Geldgeber von Kampagnen gegen Schadensminderung. 

ENSP setzt sich seit Langem für umfassende Verbote von E-Zigaretten, Vape-Pods und Ähnlichem ein. Trotz des offensichtlichen Interessenkonflikts bei der Durchführung dieser Analyse… ENSP erhielt 3 Millionen Euro an EU-Steuergeldern um eine “Forschungsarbeit” zu erstellen, die ihre prohibitionistische Wunschliste perfekt widerspiegelt, wirft ernsthafte Zweifel auf über Unabhängigkeit und Transparenz.

Was eine ausgewogene Bewertung hätte sein sollen, liest sich wie Aktivismus. Während Millionen Ex-Raucher Alternativen für ihren Rauchstopp verantwortlich machen, hat Brüssel deren Gegner dafür bezahlt, die öffentliche Meinung zu diktieren.

Der zentrale Widerspruch des Berichts

Der grundlegende Fehler des Berichts liegt in seiner inkohärenten Logik: Er hebt den stagnierenden Fortschritt bei der Raucherentwöhnung unter der Tabakproduktrichtlinie hervor, reagiert aber gleichzeitig mit der Kritik an den alternativen Nikotinprodukten, die in mehreren Mitgliedstaaten zu dramatischen Erfolgen bei der Reduzierung der Raucherprävalenz geführt haben. 

Während die EU zögert, Schweden, die Tschechische Republik und Griechenland aufzeigen, wie die Bereitstellung sichererer Alternativen, die deren Zugänglichkeit, Bezahlbarkeit und Attraktivität fördern, rasche Fortschritte hin zu rauchfreien Zielen ermöglicht:

Schweden ist in Europa Vorreiter bei der Schadensminderung und hat eine Raucherquote von 3,71 % bei Erwachsenen erreicht: eine wahrhaft rauchfreie Gesellschaft – 16 Jahre vor dem EU-Ziel für 2040. Dieser Erfolg beruht auf jahrzehntelangem uneingeschränktem Zugang zu Snus sowie dem rasanten Aufstieg moderner Nikotinbeutel und E-Zigaretten, die erwachsenen Rauchern den Umstieg erleichtert und gleichzeitig die rauchbedingten Krankheits- und Sterberaten weit unter den EU-Durchschnitt gesenkt haben.

Tschechien verzeichnete den schnellsten Rückgang der Raucherquote innerhalb der EU: In nur drei Jahren sank sie um 231.000 Personen (von 301.000 im Jahr 2021 auf 231.000 im Jahr 2024). Indem Tschechien E-Zigaretten erschwinglich und steuerfrei hielt und die Verfügbarkeit verschiedener Geschmacksrichtungen sicherstellte, zeigte es, wie pragmatische Maßnahmen den Rauchstopp beschleunigen können, ohne risikoärmere Alternativen zu verteufeln.

Griechenland, einst Europas Land mit dem höchsten Raucheranteil, hat einen drastischen Kurswechsel vollzogen und die Raucherquote zwischen 2021 und 2024 um 141 Personen (von 421 auf 361) gesenkt, was etwa 600.000 weniger Rauchern entspricht. Wissenschaftlich fundierte Risikokommunikation in Kombination mit günstigen und attraktiven Alternativen ermöglichte es Erwachsenen, erfolgreich umzusteigen und so eine kulturelle Hochburg des Rauchens in eine Erfolgsgeschichte der Schadensminimierung zu verwandeln.

Diese Länder beweisen eine einfache Wahrheit: Wenn die Regulierungsbehörden dem Umstieg auf alternative Konsumformen Vorrang vor dem Verbot einräumen, sinken die Raucherquoten am schnellsten.

Zeit für echte Lösungen

Die Europäische Kommission muss endlich die Realität anerkennen, auf die Wissenschaft hören und die Schadensminderung beim Tabakkonsum nicht länger als bloße “Industriepropaganda” abtun, während sie die Erfahrungen von Millionen Ex-Rauchern ignoriert. Die TPD3 sollte die Wahlfreiheit, die Bezahlbarkeit und die Aromenvielfalt von Erwachsenen schützen, anstatt weitaus sicherere Produkte mit tödlichen Zigaretten gleichzusetzen. 

Schadensminderung ist nicht nur Theorie, sie führt europaweit zu konkreten Ergebnissen. Brüssel muss endlich die Erkenntnisse berücksichtigen und darf nicht länger prohibitionistischen Dogmen folgen.

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