Belgien hat Einweg-E-Zigaretten bereits verboten. Nun wird über einen weiteren Schritt diskutiert – die Einschränkung oder das Verbot von aromatisierten E-Zigaretten. Das klingt entschlossen. Ist es aber nicht. Eine solche Politik wird den Schwarzmarkt ankurbeln, mehr jungen Menschen Zugang zu unregulierten Produkten verschaffen und erwachsene Raucher von etwas abbringen, das ihnen tatsächlich geholfen hat.
Eine neue Studie der Fraunhofer-Institut Das Ausmaß des Problems wird deutlich. Fast die Hälfte aller in der EU konsumierten E-Zigarettenprodukte werden bereits illegal gehandelt – im Wert von 6,6 Milliarden Euro. Belgien, als einer der wichtigsten Logistikumschlagplätze für chinesische E-Zigarettenimporte in Europa, befindet sich mitten in diesem Geschehen. Das Land hat mit 261 TP4T bereits einen der niedrigsten Anteile am illegalen Handel in der EU, was vor allem auf eine funktionierende Handelsinfrastruktur und Meldepflichten zurückzuführen ist. Ein Aromenverbot würde dies nicht ändern, sondern den Wechsel zu unregulierten Bezugsquellen beschleunigen.
Schauen Sie sich an, was in den Niederlanden passiert ist. Dort wurde ein Aromenverbot eingeführt, und innerhalb eines Jahres stieg der Konsum von E-Zigaretten unter Jugendlichen um 251 und der von Zigaretten um 41. Das Verbot, das junge Menschen eigentlich schützen sollte, verschlimmerte ihre Situation. Denn Händler auf dem Schwarzmarkt kontrollieren keine Ausweise. Kriminelle Lieferketten registrieren keine Produkte und testen keine Inhaltsstoffe. Wenn man die legale Option abschafft, beseitigt man nicht die Nachfrage. Man beseitigt lediglich die Kontrolle.
Erwachsene Dampfer in Belgien verwenden überwiegend tabakfreie Aromen. EU-weit greifen 681.040 Dampfer auf Frucht- und Süßigkeitenaromen zurück – nicht etwa, weil diese beworben werden, sondern weil sie helfen, die Verbindung zum Rauchen zu lösen. Studien zeigen, dass Erwachsene, die aromatisierte E-Zigaretten verwenden, … 230% höhere Chancen Die Wahrscheinlichkeit, mit dem Rauchen aufzuhören, ist höher als bei Konsumenten von Tabakerzeugnissen mit Aroma. Entfernt man die Aromen, greift ein erheblicher Teil dieser Konsumenten wieder zum Rauchen. Einige werden sich stattdessen auf dem Schwarzmarkt mit aromatisierten Produkten eindecken. Beides ist kein Gewinn für die öffentliche Gesundheit.
Belgische Politiker wollen junge Menschen und die öffentliche Gesundheit schützen. Wir auch. Doch die Beweislage ist eindeutig: Die Einschränkung des legalen Zugangs für Erwachsene reduziert den Konsum nicht, sondern lenkt ihn um.
Die Niederlande haben das versucht. Der Anteil rauchender Jugendlicher stieg. Der Schwarzmarkt florierte. Die Finanzminister verloren Steuereinnahmen. Und die Raucher verloren ein wirksames Mittel.
Belgien kann daraus lernen oder es wiederholen. Die Entscheidung steht noch aus.