Das Thema Dampfen ist in Trinidad und Tobago umstritten, und es ist schwierig, angesichts der vielen kursierenden Fehlinformationen die Fakten zu erkennen. Missverständnisse über das Dampfen halten Raucher davon ab, mit dem Rauchen aufzuhören, da sie nicht ausreichend über Alternativen informiert sind. Es ist an der Zeit, einige der gängigsten Mythen wissenschaftlich fundiert aufzuklären.
Der hartnäckigste Mythos ist, dass Dampfen genauso schädlich oder sogar schädlicher sei als Rauchen. Das ist völlig falsch. Sowohl Public Health England als auch eine Studie des King's College London kamen zu dem Ergebnis, dass Dampfen mindestens 95 % weniger schädlich ist als Rauchen. Rauchen schädigt den Körper durch Teer und unzählige Giftstoffe, die beim Verbrennen von Tabak entstehen – Stoffe, die beim Dampfen nicht produziert werden. Steigen Raucher aufs Dampfen um, sinkt ihre Belastung durch krebserregende Chemikalien und das Risiko für Herz- und Lungenerkrankungen drastisch. Professor Michael Russell brachte es vor fast 50 Jahren auf den Punkt: „Die Menschen rauchen wegen des Nikotins, aber sie sterben am Teer.“.
Eine weitere weit verbreitete Behauptung ist, dass Dampfen schädlicher sei als Rauchen, weil es stärker abhängig mache und nicht beim Rauchstopp helfe. Tatsächlich sprechen wissenschaftliche Erkenntnisse eine andere Sprache. Führende Gesundheitsexperten in Großbritannien, Frankreich, Kanada und Neuseeland bestätigen, dass Dampfen eines der wirksamsten Mittel zur Raucherentwöhnung ist. Eine klinische Studie der Queen Mary University ergab sogar, dass es doppelt so effektiv ist wie herkömmliche Nikotinersatzpräparate. Die meisten Dampfer, die zuvor geraucht haben, geben an, dass ihnen das Dampfen geholfen hat, mit dem Rauchen aufzuhören – was nicht der Fall wäre, wenn Dampfen nicht funktionieren würde.
Die Angst, dass E-Zigaretten mit Nikotin Krebs verursachen, beruht auf einem Missverständnis. Nicht das Nikotin selbst ist krebserregend, sondern die anderen Chemikalien im Zigarettenrauch. Der britische Gesundheitsdienst NHS stellt klar, dass die Schädlichkeit des Rauchens von den Tausenden von Giftstoffen im Rauch herrührt, nicht vom Nikotin. Nikotin kann Rauchern beim Umstieg von Zigaretten helfen. Es wird seit Langem als sicheres Hilfsmittel zur Raucherentwöhnung in der traditionellen Nikotinersatztherapie, beispielsweise in Form von Pflastern oder Kaugummis, eingesetzt. Nikotin bleibt beim Dampfen oder Kauen unverändert.
Dann gibt es die Behauptung, dass Dampfen der Einstieg ins Rauchen sei und junge Menschen eher dazu verleite, mit dem Rauchen von Zigaretten zu beginnen. Dieser Mythos hält sich hartnäckig, obwohl Studien aus verschiedenen Ländern das Gegenteil belegen. Dort, wo Dampfen verbreiteter geworden ist, sind die Raucherquoten gesunken. Die angesehene Gesundheitsorganisation Cochrane sowie Daten aus den USA und Großbritannien zeigen, dass Dampfen Menschen beim Aufhören geholfen hat und dass nur eine sehr geringe Anzahl von Nichtrauchern regelmäßig dampft. Die Raucherquoten in Großbritannien und anderswo befinden sich auf einem historischen Tiefstand, was mit dem Anstieg des Dampfens einhergeht, und nicht umgekehrt.
Schließlich wird Aromen in E-Zigaretten oft vorgeworfen, junge Menschen anzulocken, doch Studien zeigen, dass dies nicht der entscheidende Faktor ist. Erwachsene stellen die überwiegende Mehrheit der Nutzer tabakfreier Aromen dar. Diese Aromen tragen maßgeblich dazu bei, dass Raucher auf Zigaretten umsteigen und dauerhaft rauchfrei bleiben. Laut einer Studie der Yale University ist die Wahrscheinlichkeit, dass Erwachsene mit Aromen endgültig mit dem Rauchen aufhören, fast zweieinhalb Mal höher. Sollten Aromenbeschränkungen eingeführt werden, geben fünf von zehn Dampfern an, wieder mit dem Rauchen anzufangen oder auf unregulierte Produkte vom Schwarzmarkt zurückzugreifen.
Raucher in Trinidad und Tobago haben ein Recht auf klare, evidenzbasierte Informationen. Fehlinformationen hindern sie daran, auf deutlich weniger schädliche Alternativen umzusteigen. Dampfen ist zwar nicht risikofrei, aber wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass es wesentlich weniger riskant ist als Rauchen. Mit dem Rauchen ganz aufzuhören ist immer die beste Wahl, doch für diejenigen, denen es schwerfällt, kann der Umstieg aufs Dampfen einen echten und bedeutenden gesundheitlichen Vorteil bieten, der von führenden Experten weltweit bestätigt wird. Es ist an der Zeit, mit den Mythen aufzuräumen, damit Raucher fundierte Entscheidungen treffen können.
Ursprünglich veröffentlicht Hier