Deutschland steht vor einem gesundheitspolitischen Desaster. Während fast jeder dritte Erwachsene im Land raucht – eine Schockquote von fast 30 Prozent, die seit Jahren kaum sinkt – Pflanze Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) den Frontalangriff auf die wichtigste Ausfahrt vom Rauchen: die E-Zigarette. Das geplante Verbot von Menthol und Kühlstoffen ist kein Detail, sondern ein faktisches Totalverbot durch die Hintertür. Schätzungsweise 80 Prozent der heute legalen Liquids würden über Nacht verschwinden. Wer die Alternative ungenießbar macht, schickt die Menschen zurück zur Zigarette. Zusätzlich sollen Einweg-E-Zigaretten verboten werden. Eines der einfachsten Mittel zum Umstieg. Das ist kein Gewinn für die öffentliche Gesundheit, sondern für den Schwarzmarkt.
Die Fakten: Dampfen ist ein Aufstiegswerkzeug für Erwachsene
Die Vorstellung, Aromen in E-Zigaretten seien Lifestyle-Spielzeug, ignoriert die Realität der Nutzer. EU-Daten zeigen: 97 Prozent der Dampfer sind ehemalige Raucher. Für die Hälfte von ihnen war die E-Zigarette der entscheidende Faktor, um endlich mit dem Rauchen aufzuhören. UK-Daten bestätigen, dass 95 Prozent der erwachsenen Dampfer vor ihrem Umstieg geraucht haben.
Warum sind Aromen dabei so wichtig? Erwachsene Dampfer bevorzugen massiv Nicht-Tabak-Aromen: 68 Prozent nutzen Frucht- oder Süßgeschmack (31% Menthol und 38% Tabak). Der Grund ist wissenschaftlich belegt: Aromen brechen die sensorische Verbindung zum Zigarettenrauch und machen den Rauchstopp nachhaltig. Wer E-Zigaretten mit Aromen nutzt, hat eine um 230 Prozent höhere Chance, erfolgreich mit dem Rauchen aufzuhören, als Nutzer von Tabakaromen. Ein Verbot würde hunderttausende Ex-Raucher um ihr wichtigstes Werkzeug bringen und sie aktiv zurück zur Zigarette oder auf den Schwarzmarkt drängen.
Das Jugendschutz-Argument hält der Statistik nicht stand
Die Politik schütz den Jugendschutz als Schutzschild vor ihren Plänen, doch die Zahlen entlarven diese Vorwand. Laut DEBRA In Deutschland rauchen 9,5 Prozent der Jugendlichen, während nur 3,9 Prozent dampfen. Damit greifen fast zweieinhalbmal so viele Jugendliche zur tödlichen Zigarette wie zur E-Zigarette. Besonders entlarvend: Allein der Anstieg der jugendlichen Raucherquote im letzten Jahr (+3,3 Prozentpunkte) war fast so hoch wie die gesamte Gruppe der jugendlichen Raucher in Deutschland. Warum bekämpft die Bundesregierung das deutlich kleinere Problem mit massiven Verboten, während das Rauchen bei Jüngeren wieder zum Massenphänomen wird?
Ein Blick ins Ausland zeigt, dass Fortschritt durch Schadensminimierung (Harm Reduction) funktioniert, nicht durch Verbote:
- In den USA ist die E-Zigaretten-Nutzung bei Jugendlichen auf dem günstigsten Stand seit zehn Jahren gesunken.
- Schweden und Neuseeland Durch progressive Nikotinpolitik haben die günstigsten Raucherquoten der Geschichte erreicht. In Neuseeland rauchen unter 25-Jährigen nur noch zu 3 Prozent – eine „rauchfreie Generation“ (nach WHO-Definition) dank legaler Alternativen statt Verboten.
Die Sackgasse der Prohibition
Deutschland muss anerkennen, dass Verbote Probleme nicht lösen, sondern in den Untergrund verschieben. In Estland mischen nach einem Verbot 60 Prozent der Dampfer selbst oder kaufen illegal; In Dänemark 90 Prozent sagen, dass verbotene Aromen weiterhin leicht verfügbar sind. In der Höhle USA Führt lokale Aromenverbote sogar nachweislich zu einem Anstieg der Zigarettenverkäufe. Knapp 50 Prozent der Dampfer geben an, bei einem Verbot Entweder zur Zigarette zurückkehren oder sich auf dem Schwarzmarkt aufhalten zu liefern.
Deutschland braucht eine Strategie der Schadensminimierung statt ideologischer Verbote. Dazu gehören der Erhalt der Aromenvielfalt sowie die längst überfällige Legalisierung und Regulierung von Nikotinbeuteln. Minister Rainer muss die Verbotskeule stoppen. Wer Aromen verbietet, schützt in Wahrheit nur die Vorherrschaft der Tabakzigarette und gefährdet die Gesundheit von Millionen Bürgern. Deutschland darf seine Raucher nicht länger im Stich lassen.